Samstag, 12. Mai 2018

Aufgelesen (2018)

Kinder- und Jugendhilfe: Kosten steigen
Eine Ursache für die enorme Kostensteigerung sieht der Landesrechnungshof in einem Mangel an Pflegefamilien. So werden 60 Prozent der betroffenen Kinder in Heimen untergebracht, wo die Ausgaben von 94 Millionen auf 184 Millionen Euro stiegen. Dabei, so die Prüfer, erscheine "eine familiäre Unterbringung für Kinder und Jugendliche grundsätzlich geeigneter".
Pflegefamilien sind auch billiger. "Ich bekomme monatlich 800 Euro pro Kind", berichtet ein Betroffener in Nordsachsen, der mit seiner Frau seit vier Jahren zwei Mädchen betreut, die heute 17 und 11 Jahre alt sind. Ein Heimplatz koste um die 3000 Euro. Sein Eindruck: "Einige Träger sehen das als Wirtschaftsbetrieb." Pflegeeltern müssten mitunter lange auf ein Pflegekind warten.
Freie Presse, 3. Januar 2018

Leben in Ungewissheit

Das kleine Mädchen hatte eine Menge zu verkraften: die Trennung vom Bruder, der in einem Heim lebt, die Drogensucht der Mutter, die Tatsache, dass der Vater im Gefängnis sitzt. Sicherheit und Geborgenheit erlebte die siebenjährige Jessie erst bei ihrem Onkel, der sie als Pflegekind aufgenommen hat. Doch Hilfe und Unterstützung haben Mario Kessler und seine Frau vom Jugendamt lange Zeit nicht bekommen – kein Einzelfall.

Mitteldeutscher Rundfunk, 14. Februar 2018

Ombudsperson für Schlichtung

Wolfgang Seelbach, Kreistagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen glaubt, dass manche Entscheidung des Jugendamtes nur besser erläutert werden müsse. „Das ist aber nur selten möglich, wenn die Emotionen hochkochen.“ Darum solle möglichst eine Ombudsperson solche Auseinandersetzungen schlichten. Im Idealfall könne eine Partei in einem Sorgerechtsverfahren die Ombudsperson anrufen. Dann werde geschlichtet.

Märkische Allgemeine, 27. März 2018


Jugendamtsmitarbeiter wegeschließen

In all dem Elend des Kinder- und Jugendhilfesystems gibt es natürlich auch Lichtblicke, für die alle sorgen, die solchen Behörden wie dem Wilhelmshavener Jugendamt die Tranfunzeln entreißen. Da gibt es zum Beispiel eine Schulleiterin, die eines Morgens ein Kind aus dem Unterricht holen und zwei Jugendamtsmitarbeiterinnen übergeben soll. Sie bittet die Behördenvertreterinnen in ihr Büro und schließt sie ein.

Das Jugendamt, 7. Mai 2018,  Hier weiterlesen

Wende in Sorgerechtsstreit

Im Fall eines elfjährigen Jungen, dessen Vater wiederholt die Arbeit des Jugendamtes Havelland kritisiert hatte, hat es eine überraschende Wende gegeben. Durch den Bericht eines Polizeibeamten über ein Gespräch mit dem Jungen, der dem Amtsgericht bei einer neuerlichen Verhandlung am 7. Mai vorlag, hat es eine Entscheidung im Sinne des Vaters gegeben.

Der Vater Karsten K. versucht seit Jahren, vor Gericht ein gemeinsames Sorgerecht und die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für seinen Sohn zu erstreiten. Die Eltern waren nie verheiratet, hatten einige Jahre zusammen gelebt und sich 2009 getrennt.

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